Sirkeli | Sirkeli Höyük
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Lage und Bedeutung des Fundortes

Der Sirkeli Höyük, einer der größten Siedlungshügel Kilikiens, liegt 40km östlich der Millionenstadt Adana an einer Stelle, an der sich der Fluss Ceyhan einen Weg durch die Misis-Berge (türk. »Nur Dağ«) bahnt. Hier verläuft die wichtigste Straße durch die Region, die im Osten nach Syrien und im Westen über die »Kilikische Pforte« nach Zentralanatolien führt.

 

Die Bedeutung dieser historischen Route wird durch die Anlage der mittelalterlichen Burg Yılan Kalesi am gegenüberliegenden Flussufer sowie dem Verlauf der »Bagdad-Bahn« und der moderne Autobahn verdeutlicht, die beide unmittelbar am Sirkeli Höyük vorbeiführen.

 

Die Ruinenstätte besteht aus dem eigentlichen, ca. 300m x 400m großen und 30m hohen, ovalen Haupthügel, einem nach Norden vorgelagerten trapezoiden Sattel, einer nördlich, westlich und südöstlich anschließenden, flachen Unterstadt und einer auf der gegenüberliegenden Flussseite gelegenen Vorstadt. Im Südwesten schließt sich eine Nekropole an, die auf einer Begkuppe angelegt wurde. Zur südöstlichen Unterstadt gehört ein weiterer, kleinerer Hügel, der durch die »Baghdad-Bahn« geschnitten wurde. Quer durch den Ruinenhügel verläuft von Südwesten nach Nordosten eine Felsrippe, an deren nordöstliche Kante zwei Felsreliefs angebracht sind (s.Monumente).

 

Offenbar war der Ort vom Chalkolithikum (ab ca. 5000 v. Chr.) über die gesamte Bronze- (3000-1200 v. Chr.) und Eisenzeit (1200-300 v. Chr.) bis in die hellenistische Epoche (ca. 100 n. Chr.) besiedelt.

 

Vieles deutet darauf hin, dass er mit der antiken Handels- und Kultstadt Lawazantiya (assyrisch Lusanda, griechisch Loandos) zu identifizieren ist, der Heimatstadt der berühmten hethitischen Königin Puduhepa, Tochter eines Priesters der Liebesgöttin Šawuška und Gattin des Großkönigs Hattušili II. (»III.«, ca. 1265-1236 v. Chr.), der mit dem ägyptischen Pharao Ramses II. den ältesten bekannten Friedensvertrag schloss.

Der Sirkeli Höyük, einer der größten Siedlungshügel Kilikiens, liegt 40km östlich der Millionenstadt Adana an einer Stelle, an der sich der Fluss Ceyhan einen Weg durch die Misis-Berge (türk. »Nur Dağ«) bahnt. Hier verläuft die wichtigste Straße durch die Region, die im Osten nach Syrien und im Westen über die »Kilikische Pforte« nach Zentralanatolien führt.

 

Die Bedeutung dieser historischen Route wird durch die Anlage der mittelalterlichen Burg Yılan Kalesi am gegenüberliegenden Flussufer sowie dem Verlauf der »Bagdad-Bahn« und der moderne Autobahn verdeutlicht, die beide unmittelbar am Sirkeli Höyük vorbeiführen.

 

Die Ruinenstätte besteht aus dem eigentlichen, ca. 300m x 400m großen und 30m hohen, ovalen Haupthügel, einem nach Norden vorgelagerten trapezoiden Sattel, einer nördlich, westlich und südöstlich anschließenden, flachen Unterstadt und einer auf der gegenüberliegenden Flussseite gelegenen Vorstadt. Im Südwesten schließt sich eine Nekropole an, die auf einer Begkuppe angelegt wurde. Zur südöstlichen Unterstadt gehört ein weiterer, kleinerer Hügel, der durch die »Baghdad-Bahn« geschnitten wurde. Quer durch den Ruinenhügel verläuft von Südwesten nach Nordosten eine Felsrippe, an deren nordöstliche Kante zwei Felsreliefs angebracht sind (s.Monumente).

 

Offenbar war der Ort vom Chalkolithikum (ab ca. 5000 v. Chr.) über die gesamte Bronze- (3000-1200 v. Chr.) und Eisenzeit (1200-300 v. Chr.) bis in die hellenistische Epoche (ca. 100 n. Chr.) besiedelt.

 

Vieles deutet darauf hin, dass er mit der antiken Handels- und Kultstadt Lawazantiya (assyrisch Lusanda, griechisch Loandos) zu identifizieren ist, der Heimatstadt der berühmten hethitischen Königin Puduhepa, Tochter eines Priesters der Liebesgöttin Šawuška und Gattin des Großkönigs Hattušili II. (»III.«, ca. 1265-1236 v. Chr.), der mit dem ägyptischen Pharao Ramses II. den ältesten bekannten Friedensvertrag schloss.

Monumente

Seiner geographischen Lage verdankt der Ort eine Schlüsselstellung, die nicht zuletzt in der Anbringung zweier hethitischer Felsreliefs an der Ruine ihren Ausdruck fand: Das besser erhaltene zeigt den hethitischen Großkönig Muwatalli II. (reg. 1290–1272 v. Chr.) und ist somit eines der bislang ältesten bekannten hethitischen Felsreliefs.

Nahebei fand sich ein weiteres, antik ausgemeisseltes Relief, das in der Forschung zumeist als Darstellung des Kurunta (= Ulmi-Teššup), des Sohnes von Muwatalli II. gedeutet wird. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es dessen Bruder, den von Hattušili II. (»III.«, ca. 1265–1240 v. Chr.) entmachteten Muršili III. (= Urhi-Teššup, ca. 1272–1265 v. Chr.), zeigte und nach dessen Absetzung ausradiert werden sollte.

An der Oberseite der Reliefwand, unmittelbar oberhalb der Reliefs, sind mehrere muldenartige Aushöhlungen angebracht, die offenbar im Zusammenhang mit den Bildwerken standen und der Libation, dem Ausgießen von Flüssigkeiten im Zuge kultischer Maßnahmen, dienten. Diese Mulden waren Teil einer ausgedehnten Anlage, zu der neben den Reliefs auch ein aus Stein gemauertes, größeres Gebäude gehörte, das sich unmittelbar westlich der Mulden an die Felsrippe anlehnt. Das Ensemble wird als Kultstätte für den hethitischen Großkönig gedeutet.

Im Westen schließt an die Siedlung ein offenbar vor allem in hellenistischer Zeit belegtes Gräberfeld an. Einige Grabstätten der Nekropole sind auch heute noch im Gelänge gut zu erkennen.

Bisherige Ausgrabungen

Archäologische Ausgrabungen auf dem Sirkeli Höyük fanden erstmalig 1936 in Form einer kurzen Untersuchung durch J. Garstang sowie zwischen 1992 und 1996 durch die Universität München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von B. Hrouda und 1997 durch die Universität Innsbruck unter der Leitung von H. Ehringhaus statt. Während Garstang fünf kleinere Sondagen anlegte, wurde bei den neueren Grabungen eine größere Anzahl von unterschiedlich großen Grabungsstellen (»Arealen«) angelegt, die sich schwerpunktmäßig auf der Kuppe des Haupthügels sowie im Nordosten der Unterstadt unmittelbar oberhalb der Felswand mit den Reliefs am Abhang zum Fluss hin erstrecken.

2006 wurden die Ausgrabungen im Rahmen einer Kooperation der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Çanakkale Onsekiz Mart Üniversitesi mit einer kurzen Vorkampagne wieder aufgenommen.

Seit 2011 handelt es sich um ein schweizerisch-türkisches Projekt, das an den Universitäten Bern und Çanakkale beheimatet ist und in den Projektverbund »Puruna/Pyramos/Ceyhan. Ein fluvuiales Siedlungssystem im Ebenen Kilikien an der Schnittstelle zwischen Anatolien, Zypern und der Levante« eingebettet ist.